Alleinarbeit am Empfang und in der Pförtnerloge: Ein Posten, eine Person, acht Stunden
Der Pförtner am Werkstor, die Empfangskraft in der Wohnanlage, der Nachtdienst an der Schranke: Empfangsposten sind fast immer mit einer Person besetzt – und außerhalb der Stoßzeiten ist diese Person allein im Sinne der DGUV, auch wenn tagsüber Besucher vorbeikommen. Die DGUV ordnet Wachdienste im Empfangsbereich der Gefährdungsstufe „gering" zu. Diese Seite erklärt, was der Hausherr oder das beauftragte Wachunternehmen dafür festlegen, tun und belegen muss, und wo die Grenze zur erhöhten Gefährdung liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Besucher und Anlieferer sind keine Kollegen – der Ein-Personen-Posten ist Alleinarbeit, die ganze Schicht.
- Die DGUV stuft Wachdienste im Empfangsbereich als „gering" ein; Rundgänge machen daraus Revierdienst („erhöht").
- Das größte Risiko des stillen Postens ist der medizinische Notfall, den ohne Meldeintervall niemand bemerkt.
Gefährdungsstufe für Wachdienste im Empfangsbereich laut DGUV Information 212-139 – im Unterschied zum Revierdienst, den dieselbe Tabelle als „erhöht" führt. Die drei Gefährdungsstufen erklärt
Zum Einordnen: Knapp 12.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle durch Gewalteinwirkung zählte die DGUV im Jahr 2021. Schwerpunkte sind Gesundheits- und Sozialwesen und der öffentliche Personenverkehr. Am Ein-Personen-Posten kommt jede Eskalation ohne Kollegen in Rufweite an. (DGUV Forum 3/2023)
Was gilt
Besucher, Anlieferer und Bewohner sind keine Kollegen: Wer als einzige Kraft am Posten sitzt, arbeitet außerhalb von Ruf- und Sichtweite zu anderen Beschäftigten und ist damit Alleinarbeitender (DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.7.2). Die Beurteilung ist Pflicht (§ 5 ArbSchG); zuständig ist bei Wachunternehmen die VBG, sonst die Berufsgenossenschaft des Hausherrn.
Was oft falsch läuft
„Da kommt doch ständig jemand vorbei." Tagsüber vielleicht, aber die Beurteilung muss die ganze Schicht tragen, auch die drei Stunden nach Mitternacht, in denen niemand kommt. „Er hat doch ein Telefon auf dem Tisch." Und wen erreicht er damit um 3 Uhr, und wer merkt, wenn er es nicht mehr bedienen kann? Der stillste Posten ist der, an dem ein medizinischer Notfall am längsten unbemerkt bleibt.
Was Sie belegen müssen
Dass der Posten als Alleinarbeitsplatz beurteilt ist, welches Meldeintervall gilt, wer das Ausbleiben bemerkt und wer nachts reagiert. Und für jede Schicht ein Protokoll: Beginn, Bestätigungen, Alarme, Übernahmen – mit Zeitstempeln (§§ 3, 6 ArbSchG). Bei einem Fremddienstleister will auch der Auftraggeber genau das sehen.
Sie brauchen ein Meldesystem für Ihre Posten? → So läuft das mit Solavo
Warum der Empfang Alleinarbeit ist – trotz Publikumsverkehr
Das Kriterium der DGUV ist Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen – gemeint sind Menschen, die im Notfall als Teil des Betriebs reagieren können. Der Besucher, der seinen Ausweis abholt, der Paketbote, der Bewohner auf dem Weg zur Tiefgarage: Sie alle machen den Posten belebter, aber nicht sicherer. Sie kennen die Notfallkette nicht, sie bleiben nicht, und nach 20 Uhr kommen sie gar nicht mehr.
Deshalb ist die Empfangskraft in fast jeder Schicht Alleinarbeitende – durchgehend in der Nacht- und Wochenendschicht, und tagsüber in jeder Phase ohne Kollegen in Ruf- und Sichtweite. Die Beurteilung muss die Schicht als Ganzes betrachten, nicht ihren belebtesten Moment.
Die Besonderheit des Postens: Stillstand statt Bewegung
Empfangs- und Pförtnerdienste unterscheiden sich von fast jeder anderen Alleinarbeit: Die Person bewegt sich nicht durchs Gebäude, sie sitzt acht, zehn, zwölf Stunden am selben Platz. Die typischen Risiken sind deshalb andere als in Reinigung oder Technik: der medizinische Notfall am Platz, der Sturz auf dem Weg zur Toilette oder beim Öffnen der Schranke und, je nach Objekt, der Konflikt mit Besuchern.
Gerade der medizinische Notfall ist der Fall, für den das Meldesystem gebaut sein muss. Ein Pförtner, der um 2:30 Uhr am Platz zusammensackt, wird ohne Meldesystem frühestens vom Frühdienst gefunden. Mit einem festen Intervall fällt das Ausbleiben nach Ablauf des Intervalls auf, und die Eskalationskette alarmiert jemanden, der nachsehen kann.
Wo „gering" endet
Die DGUV-Tabelle trennt scharf: Empfangsbereich „gering", Revierdienst „erhöht". Der Unterschied ist die Bewegung durchs Objekt und das Risiko, auf Täter zu treffen. Sobald der Posten regelmäßige Rundgänge einschließt, ist das kein Empfangsdienst mehr, sondern Revierdienst – mit den Anforderungen der Stufe „erhöht", also Personen-Notsignal-Anlage oder zweiter Person. Dasselbe gilt für Posten mit erhöhtem Konfliktrisiko: nächtlicher Publikumsverkehr mit Alkohol, bekannte Übergriffe, Objekte mit Bedrohungslage. Ob Ihr Posten „gering" bleibt, entscheidet Ihre Gefährdungsbeurteilung – nicht die Stellenbezeichnung.
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Demo anfragenWas ein Meldesystem für Empfangsposten können muss
- Intervalle über die ganze Schicht, auch in den stillen Stunden; nachts eher kürzer, wenn die Beurteilung das ergibt.
- Bedienung nebenbei. Ein Tippen zur Bestätigung, ohne den Posten zu verlassen und ohne Arbeitsunterbrechung. Sonst wird es nach einer Woche ignoriert.
- Erkennung auf der Gegenseite. Der Server bemerkt das Ausbleiben – nicht die Zentrale, die nachts unbesetzt ist.
- Eine Eskalationskette je Objekt, die nachts jemanden erreicht: Bereitschaft des Wachunternehmens, Hausmeister mit Schlüssel, Objektverantwortlicher des Auftraggebers.
- SOS für den Konfliktfall: ein Knopf, der ohne Ansage alarmiert, wenn eine Situation am Empfang kippt.
- Ein Protokoll je Schicht und Objekt für die eigene BG, die Aufsicht und den Auftraggeber, der wissen will, wie sein Dienstleister absichert.
Solavo ist für Posten der Stufe „gering" genau entlang dieser sechs Punkte gebaut. → App und Dashboard ansehen
So läuft das mit Solavo
Die Empfangskraft startet ihre Schicht in der App und bestätigt im festgelegten Intervall, mit einem Tippen und ohne den Posten zu verlassen. Bleibt die Bestätigung aus, erkennt das der Server: Erinnerung, Kulanzzeit, dann SMS an die Eskalationskette ihres Standorts, Stufe für Stufe, bis jemand übernimmt oder die Kette durchlaufen ist. Der SOS-Knopf löst die Kette sofort und ohne Ansage aus. Schichten, Check-ins und Alarme werden automatisch mit Zeitstempel protokolliert, exportierbar als PDF oder Tabelle. Koordinaten werden nur übermittelt, wenn die Person selbst SOS auslöst; über den Link in der Alarm-SMS sehen die Kontakte bei jedem Alarm zusätzlich den hinterlegten Standort aus den Stammdaten – nie eine laufende Ortung, nie im Hintergrund. Bei einem festen Posten kennt die Kette den Ort meist schon.
Was Solavo nicht ist: eine Personen-Notsignal-Anlage. Für Revierdienste und Posten, die Ihre Beurteilung als „erhöht" einstuft, sieht die DGUV Hardware mit willensunabhängigem Alarm vor. Was Solavo nicht abnimmt: die Beurteilung des Postens. Und Solavo ist kein Notruf; alarmiert werden ausschließlich die Kontakte, die Ihr Betrieb hinterlegt hat.
Häufige Fragen
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Weiterlesen
ArbSchG §§ 3, 5, 6, 8 ↗ · DGUV Vorschrift 1 §§ 3, 8 ↗ · DGUV Regel 100-001, Abschnitt 2.7.2 ↗ · DGUV Information 212-139 ↗ · SGB VII §§ 110, 111 ↗ · VBG, Branche Sicherungsdienstleistungen ↗
DGUV Forum 3/2023, Gewaltunfälle am Arbeitsplatz ↗
Stand: 24. September 2026