Unterweisung zur Alleinarbeit: einmal erklärt ist nicht unterwiesen
Die Unterweisung ist der Moment, in dem aus Dokumenten Verhalten wird – und der Nachweis, dass der Betrieb es nicht beim Papier belassen hat. § 12 ArbSchG verlangt sie vor Aufnahme der Tätigkeit, bei Veränderungen und danach regelmäßig, ausgerichtet an den konkreten Arbeitsbedingungen. Für Alleinarbeit heißt das: nicht der allgemeine Jahresvortrag, sondern die Frage, ob die Nachtkraft weiß, was sie tut, wenn das Intervall abläuft, der Empfang fehlt oder die Kollegin sich nicht meldet. Diese Seite erklärt Inhalt, Turnus und Nachweis, praxisnah und mit den Fundstellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Unterweisung ist Pflicht vor Aufnahme der Tätigkeit, bei Änderungen und mindestens jährlich (§ 12 ArbSchG, § 4 DGUV Vorschrift 1).
- Eine Unterschrift unter ein PDF ist keine Unterweisung – verlangt ist arbeitsplatzbezogen, verständlich, dokumentiert.
- Auch die Menschen in der Eskalationskette gehören unterwiesen, nicht nur die Alleinarbeitenden.
Die DGUV Vorschrift 1 verlangt die Wiederholung der Unterweisung erforderlichenfalls, mindestens aber einmal jährlich (§ 4 Abs. 1) – für Jugendliche gilt nach § 29 JArbSchG die halbjährliche Wiederholung. Das Dokument dahinter: die Betriebsanweisung
Was gilt
§ 12 ArbSchG: Unterweisung über Sicherheit und Gesundheitsschutz, ausgerichtet auf den Arbeitsplatz, vor Aufnahme der Tätigkeit, bei Veränderungen der Aufgaben und danach in angemessenen Zeitabständen – während der Arbeitszeit. § 4 DGUV Vorschrift 1 konkretisiert: mindestens einmal jährlich, dokumentiert. Grundlage sind die Gefährdungsbeurteilung und die Betriebsanweisung.
Was oft falsch läuft
Die Alleinarbeit kommt in der Jahresunterweisung als ein Satz vor („und meldet euch, wenn ihr allein seid"). Neue Kräfte starten in der Nachtschicht, bevor jemand ihnen die Meldekette gezeigt hat. Und der Nachweis besteht aus einer Sammel-Unterschriftenliste ohne Inhaltsangabe – bei einer Prüfung ist damit nicht belegbar, was unterwiesen wurde.
Was Sie belegen müssen
Wer wann wozu unterwiesen wurde, von wem, mit welchem Inhalt – Datum, Themen (konkret: Meldesystem, Intervall, Störung, Notfall), Unterschriften. Und dass der Turnus eingehalten ist: vor Aufnahme, nach Änderungen, mindestens jährlich. Nach einem Vorfall ist der Unterweisungsnachweis eines der ersten Dokumente, die BG oder Unfallkasse anfordern.
Das System, an dem Sie unterweisen: → So läuft das mit Solavo
Was die Unterweisung zur Alleinarbeit enthalten muss
Die Unterweisung ist so gut wie ihre Konkretheit. Für Alleinarbeit gehören sieben Punkte hinein. Sie folgen direkt aus Betriebsanweisung und Meldekette:
Was Alleinarbeit ist und wann sie im eigenen Bereich vorliegt, inklusive der Fälle, die Beschäftigte selten als Alleinarbeit erkennen (andere Etage, kurzer Gang in den Keller, Publikum ist keine Absicherung).
Die „nicht allein"-Liste: Welche Tätigkeiten des Bereichs ausdrücklich eine zweite Person verlangen, und dass diese Regel keine Ausnahme kennt, auch nicht „nur schnell".
Das Meldesystem im Ablauf: anmelden, bestätigen, abmelden – am Gerät gezeigt, nicht nur erzählt. Was die Erinnerung bedeutet, was die Kulanzzeit, was nach ihr passiert.
Der Störungsfall: kein Empfang, Gerät leer, System gestört. Dazu die Regel „ohne Meldeweg keine Alleinarbeit" und der konkrete Weg (wen informieren, wie weiterarbeiten oder eben nicht).
Der eigene Notfall: wann und wie man SOS auslöst, und dass ein versehentliches SOS kein Drama ist. Wer zögert, weil er Umstände fürchtet, löst im Ernstfall zu spät aus.
Die andere Richtung: Was tue ich, wenn ich in der Eskalationskette stehe und die SMS kommt? Übernehmen, nachsehen oder nachsehen lassen, Notruf mit Ort und Zugang, dokumentieren.
Der Sinn des Protokolls: dass die Zeitstempel für die Beschäftigten da sind (als Beleg, dass der Betrieb hingesehen hat) und nicht ihrer Überwachung dienen; bei Meldesystemen ohne Ortung lässt sich das glaubwürdig sagen.
Turnus, Anlässe, Formen
Der Grundturnus ist klar: vor Aufnahme der Tätigkeit, bei Veränderungen (neues Objekt, neue Zeiten, neues System, neue Eskalationskette), mindestens jährlich (§ 4 DGUV Vorschrift 1), für Jugendliche halbjährlich (§ 29 JArbSchG). Dazu kommt der Anlass, der in keiner Vorschrift steht und in jeder Praxis: nach einem Vorfall oder Beinahe-Vorfall. Wenn eine Eskalation gelaufen ist, ist die Nachbesprechung die wirksamste Unterweisung des Jahres.
Zur Form: Die Unterweisung muss arbeitsplatzbezogen sein und verstanden werden – in einer Sprache, die die Beschäftigten beherrschen, mit Gelegenheit für Fragen. Eine reine Unterschrift unter ein PDF ist keine Unterweisung; ein kurzes Gespräch am Gerät, ein Probelauf der Meldekette, eine Frage-Antwort-Runde sind es. Zwanzig Minuten konkret schlagen zwei Stunden allgemein.
Der beste Unterweisungsinhalt ist ein Probelauf: Sehen Sie in 30 Minuten, wie Anmelden, ausbleibende Bestätigung und Eskalation live aussehen, das Material für Ihre nächste Unterweisung inklusive.
Demo anfragenCheckliste: Hält Ihr Unterweisungsnachweis einer Prüfung stand?
- Vor Aufnahme: Wird niemand allein eingesetzt, der nicht vorher zur Meldekette unterwiesen wurde – auch Aushilfen und Springer?
- Inhaltlich konkret: Nennt der Nachweis die Themen (System, Intervall, Störung, Notfall, Kette) statt nur „Arbeitsschutz allgemein"?
- Verständlich: In den Sprachen der Belegschaft, mit Rückfragen – und dokumentiert, von wem durchgeführt?
- Turnus: Jahresrhythmus eingehalten, Änderungen nachunterwiesen, Jugendliche halbjährlich?
- Beide Rollen: Sind auch die Menschen in der Eskalationskette unterwiesen – nicht nur die Alleinarbeitenden?
- Auffindbar: Liegt der Nachweis dort, wo ihn Prüfung oder BG innerhalb eines Tages bekommen?
Für Punkt 1 und 5 liefert Solavo den Stoff gleich mit: Der Ablauf, an dem unterwiesen wird, ist derselbe, den das Protokoll später belegt. → App und Dashboard ansehen
So läuft das mit Solavo
Solavo macht die Unterweisung leichter, weil es den Ablauf sichtbar macht, um den es geht: Die neue Kraft startet eine Schicht, bestätigt, lässt testweise das Intervall verstreichen und sieht Erinnerung, Kulanzzeit und die SMS an die Kette. Der ganze Ernstfall als Probelauf in zehn Minuten. Die App führt in neun Sprachen durch Anmelden, Bestätigen und SOS; die Kontakte in der Eskalationskette brauchen keine App, nur die SMS mit dem Übernahme-Link. Und das Protokoll dokumentiert von Tag eins, dass das Unterwiesene gelebt wird. Koordinaten werden nur übermittelt, wenn die Person selbst SOS auslöst; über den Übernahme-Link sehen die Kontakte bei jedem Alarm zusätzlich den hinterlegten Standort aus den Stammdaten – nie eine laufende Ortung, nie im Hintergrund.
Was Solavo nicht abnimmt: die Unterweisung selbst und ihren Nachweis. Beides bleibt Aufgabe des Betriebs, mit Betriebsanweisung und Gefährdungsbeurteilung als Grundlage. Und Solavo ist kein Notruf; alarmiert werden ausschließlich die Kontakte, die Ihr Betrieb hinterlegt hat.
Häufige Fragen
Unterweisen am echten Ablauf.
In 30 Minuten sehen Sie den kompletten Ernstfall als Probelauf und haben damit das Material für Ihre nächste Unterweisung. Unverbindlich.
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Stand: 24. September 2026